Geschichte


Am 21.Okt. 1907 wurde die Freiwillige Feuerwehr Roth als dritte Wehr des Landkreises  Biedenkopf – nach Bottenhorn und Gladenbach – gegründet.

Auslösend für den Entschluss zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr war der Brand des Anwesens des damaligen Bürgermeisters, der durch einen Blitzeinschlag verursacht worden war und die Löscharbeiten wohl die Effektivität einer Pflichtfeuerwehr in Frage gestellt hatte.

Erster Kommandant wurde Adam Flach II, als Stellvertreter wurde Heinrich Schneider VII gewählt. Ihnen standen der Schriftführer August Dorndorf und der Kassierer Ludwig Thomas zur Seite. Die Wehr hatte bei der Gründung 23 Mitglieder.

 

Schon 1903 hatte die Gemeinde Roth bereits einen Spritzenwagen angeschafft, der auch bis 1944 als Hauptlöschgerät diente. In Eigenleistung wurden die notwendigen Uniformen beschafft. Zusätzlich zum Monatsbeitrag von 10 Pfennigen wurden 19o9  für die Röcke 3 Mark erhoben, was in Anbetracht des damaligen Stundenlohnes von 20 Pfennigen eine hohe persönliche Belastung darstellte.

1911 waren bei der Generalversammlung 32 Mitglieder erschienen, was von dem guten Geist zeugte, der in der Wehr vorherrschte.

 

Das erste Feuerwehrfest fand 1914 statt, weitere Eintragungen finden sich erst nach Kriegsende im Jahre 1919 wieder. In dieser Versammlung waren 27 Mitglieder anwesend und bezeichnenderweise wurde in dieser Versammlung das straffe militärische Exerzieren abgelehnt und lediglich der Gleichschritt beibehalten.

1923 wurde Heinrich Krämer Kommandant, nachdem Adam Flach III nach 16 Jahren Dienstzeit sein Amt zur Verfügung gestellt hatte.

Während der Inflationszeit 1923/24 war auch die Kasse infolge der Inflation leer, so dass sich die Tätigkeiten der Wehr auf Übungen beschränkte. Ihr Einsatz war bei einem Brand 1933 in Achenbach und

1935 in Oberhörlen gefordert; beide Orte gehörten dem gleichen Löschbezirk an.

Während des zweiten Weltkrieges wurden Frauen und Jugendliche an den Geräten ausgebildet, die normale Tätigkeit der Wehr kam zum Erliegen.

 

1944 erhielt die Wehr eine Motorspritze, die 1966 durch eine TS 8 ersetzt wurde, ein Ford-Transit diente als Mannschaftstransporter und es gab15 Kombi-Anzüge.

Am 18. August 1966 brannte nachmittags  die Scheune von Wilhelm Meister in der Dorfmitte und nur das Eingreifen der Frauen des Dorfes konnte einen Großbrand verhindern, da fast alle aktiven Mitglieder der Feuerwehr auswärts ihrer Arbeit nach gingen..

1970 fand unterhalb des Dorfes ein Feuerwehrfest statt, welches ein voller Erfolg war.

1974 trat die Gebietsreform in Kraft und damit die Eingliederung des Ortes in die Großgemeinde Eschenburg und damit in den Kreisverband Dillenburg.

 

1979 wurde der Bau des Gerätehauses in der Talstraße begonnen und am 16. Mai 1981 eingeweiht. Von den Grundmauern bis zum Dach wurde es in Eigenleistung erstellt.

1982 wurde das 75-jährige Jubiläum mit einem eindrucksvollen Festzug begangen. 48 aktive Mitglieder, 10 passive und 27 fördernde Mitglieder sowie 3 Ehrenmitglieder sind in diesem Jahr verzeichnet.

Die Freiwillige Feuerwehr erhielt ein neues Einsatzfahrzeug, ein Tragkraft-SpritzenFahrzeug auf Basis eines VW LT-28, kurz TSF genannt, welches bis 2010 in Betrieb war.

Zu den interessantesten und ungewöhnlichsten Einsätzen zählte die Rettung eines Bullen aus einem Kanalrohr; der geruchsintensivste Einsatz galt der Rettung mehrerer Rinder, die in den Spaltboden über dem Gülleeinlauf eingebrochen waren.

 

Weiterhin gab es Küchenbrände, Kaminbrände, einen Scheunenbrand

sowie den Brand eines Rundballenlagers und eines Schafstalles.

Die Einsätze zur technischen Hilfeleistungen auf der K 32 und der B 253haben zugenommen.

Als  besondere Ereignisse sind auch die Fahnenweihe im Jahr 1995

und das Feuerwehrfest 1997 anlässlich des 90-jährigen Bestehens im Festzelt unter der Stiete zu erwähnen.

Nach dem 90 jährigen Jubiläum folgten einige ruhigere Jahre in denen die Wehr kleinere Einsätze fuhr bis im Jahr 2005 die Gründung einer Jugendfeuerwehr anstand.

Diese war sofort nach der Gründung mit ca. 30 Mitgliedern die stärkste Jugendwehr in Eschenburg und hat sich bis heute mit einem Stamm von etwa 10 Jugendlichen gehalten, die sich mit dem erlernen der Feuerwehrtechnik, aber auch mit Fahrten zu Zeltlagern und anderen Veranstaltungen den Übungsbetrieb interessant gestalten.

 

Beim Sommermärchen 2006 fuhr ´die Feuerwehr Roth einen ihrer größten Einsätze als eine Halle der im Ort ansässigen Hühnerfarm in Brand geriet zu dem auch die anderen Wehren aus Eschenburg hinzu geholt wurden, da  die Löscharbeiten über einen längeren Zeitraum und an verschieden Stellen stattfanden und sich die Wasserversorgung ein wenig schwierig gestaltete. Doch auch dies bewältigte die Wehr mit Unterstützung der anderen Eschenburger Ortsteile und es gab glücklicherweise weder menschliche noch tierische Schäden zu beklagen.

 

Im darauffolgenden Jahr 2007 gab es dann wieder ein erfreuliches Ereignis in der Wehrgeschichte, das 100 jährige Jubiläum!

Dieses feierte die Wehr mit einem rauschenden Fest über drei Tage wo am ersten Abend beim Auftritt einer Coverband das Festzelt mit ca. 1000 Besuchern schon zum Bersten gefüllt war.

Auch die anderen Tage verliefen mit viel Programm und Unterhaltung friedlich und man konnte am Sonntag nach dem gelungenen Festzug durch das Dorf einen schönen Ausklang des Jubiläums feiern.

 

Danach stand die Beschaffung eines neuen Fahrzeugs auf dem Plan, da das TSF (TragKraftSpritzenfahrzeug )mit 25 Jahren seine Dienstreife erreicht hatte und ersetzt werden musste.

Dort konnte die Wehr aus einem Konjunkturpaket einen Betrag abschöpfen und sich ein Iveco Eurocargo zu einem TSF-W (TragKraftSpritzenfahrzeug mit Wasser) bauen lassen. Die kleinen Besonderheiten dieses Fahrzeugs sind zum Beispiel der Aufbau, der einem LF (Löschfahrzeug)ähnelt und der 1000-liter fassende Wassertank anstatt der üblichen 600-liter Variante eines Landesbeschaffungsfahrzeugs.

Dieses Fahrzeug verrichtet seit dem Winter 2010 seinen Dienst aufem Roth und wurde im Frühjahr 2011 mit einer Fahrzeugschau des THW, Vorführungen der Rettungshundestaffel des DRK, anderen zu beschauenden Eschenburger Feuerwehrfahrzeugen und einer kleinen Feier offiziell übergeben.

 

Nach einigen Jahren konnte die Jugendfeuerwehr 2015 dann ihr erstes kleines Jubiläum mit dem 10-jährigen Bestehen feiern. Dieses fand im Rahmen eines Tags der offenen Tür rund um das Gerätehaus statt wo Kinder, Jugendliche und Einwohner des Ortes sich einen Einblick in die Jugend und Feuerwehrarbeit der Wehr verschaffen konnten.

 

An der Fortsetzung wird gearbeitet;)